CITSM Personalwesen

2. Personalmarketing - 2.1 Interne Personalbeschaffung

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2.1 Interne Personalbeschaffung

Bezeichnet eine Stellenausschreibung innerhalb eines Unternehmens, bezieht sich auf bereits vorhandenes Personal und erfolgt über:

  • interne Stellenausschreibung („schwarzes Brett“ oder Intranet, innerbetriebliche Info- und Kommunikationssystem): kann vom BR gefordert werden (§93Betr.VG)
  • projektbezogene Rationalisierung und Nutzung der freiwerdenden Kapazitäten an anderer Stelle
  • kontinuierliche Verbesserung (Kontinuierlicher Verbesserungsprozess, KVP) der Arbeitsvorgänge (lfd. Rationalisierung)
  • eigene Ausbildung/Übernahme von Auszubildenden in Fachfunktionen
  • Weiter- & Fortbildungsmöglichkeiten (Förderpools) -> Personalentwicklung
  • Umschulung
  • Beförderung, Versetzung: öffnet aber meist woanders wieder ein Lücke
  • die Anordnung von Mehrarbeit (Überstunden), Anreiz durch höhere Vergütung, Boni, Erfolgsbeteiligung, nur zur Überbrückung von kurzfristigen Engpässen, da sonst Verlust von Motivation.

Sie gliedert sich in zwei Teilbereiche:

a) Bedarfsdeckung ohne Personalbewegung hat regelmäßig eine erhöhte Arbeitsbelastung zur Folge:

  • Anordnung von Überstunden
  • Strukturanpassungen (Aufbauorganisation) und Prozessregelungen (Ablauforganisation)
  • Durchführung größerer Rationalisierungsmaßnahmen
  • Personalentwicklung für einen Stelleninhaber

b) Bedarfsdeckung mit Personalbewegung hat regelmäßig eine Stellenneubesetzung zur Folge:


Informationsquellen für die internen Personalbeschaffung:

  • Personalakte
  • Personalkartei
  • MA-Befragung
  • Vorgesetztenbefragung
  • PE-Gespräch

Vorteile

  • Eröffnung von Aufstiegschancen
  • stärkere Bindung an den Betrieb, Vertrautheit
  • geringere Beschaffungskosten
  • gute Kenntnis der Qualifikation
  • Einhaltung des betrieblichen Lohnniveaus, da sich der Mitarbeiter am betrieblichen Lohnniveau orientiert
  • schnellere Stellenbesetzungsmöglichkeit (interne IT, Personalbeschaffungssysteme (PIS))
  • Einstiegsmöglichkeiten für Nachwuchskräfte werden frei
  • Erhöhung der Motivation der Mitarbeiter durch Aufstiegsmöglichkeiten
  • geringere Einarbeitungszeit
  • Stelle ist kurzfristig besetzbar

Nachteile

  • weniger Auswahlmöglichkeiten
  • Enttäuschung von Kollegen, bes. beim Aufrücken in Vorgesetztenpositionen, evtl. auch Spannungen und Rivalität (Neid bzw. Demotivation)
  • zu starke kollegiale Bindungen (Sachentscheidungen werden „kumpelhaft“)
  • Versetzung löst den Bedarf quantitativ nicht; die interne Rekrutierung zieht meistens eine Außenrekrutierung nach sich
  • auch kommen durch diese Methode kaum neue Arbeitskräfte in das Unternehmen
  • Förderung der sog. „Betriebsblindheit“
  • nachlassende Mitarbeiter-Aktivität wegen "Beförderungsautomatik"
  • Aus der Vergangenheit wird auf die Zukunft geschlossen, was besonders bei neuen Aufgabenfeldern nicht immer zutreffend ist.